Diätlügen und Ernährungsmythen

in Abnehmen, Ernährungsweise

Diätlügen und Ernährungsmythen

Vom „Margarine-Mythos“ bis zur „Sex-Diät“ – die Tipps und Tricks rund ums Abnehmen sind zahlreich und mannigfaltig. Doch die wenigsten halten bei genauerem Hinsehen, was sie versprechen. Was ist Mythos und was funktioniert tatsächlich?

Beim Sex beispielsweise werden zwar Glückshormone ausgeschüttet, jedoch nicht übermäßig viele Kalorien verbraucht, entgegen der allgemein vorherrschenden Annahme. Auch die vielgerühmte „Schlank-im-Schlaf“-Methode konnte in Studien bislang nicht als wirksam bestätigt werden. Betrachtet man die Auswahl der einzelnen, vermeintlich schlank machenden Lebensmittel eingehender, stößt man auch hier auf einige handfeste Diätlügen.

Zucker allein beispielsweise macht nicht dick. Der Körper kann ihn nicht als Fett umwandeln und speichert ihn zum Beispiel in den Muskeln als Stärke, die bei Bedarf in Energie umgesetzt wird. Auch Müsli kann nicht als Mittel zur Traumfigur gesehen werden. Die Kombination von Kohlenhydraten, Trockenfrüchten und Nüssen ist zwar gesund, enthält aber dafür Kalorien in Hülle und Fülle. Dass Ananas bei der Fettverbrennung hilft, ist ebenso unwahr. Die Tropenfrucht enthält das Enzym Bromelain, welches entzündungshemmend wirkt und bei der Eiweißverdauung unterstützt. Gegen die Auswirkungen einer fettreichen Mahlzeit jedoch hilft es nicht. Als Irrtum stellt sich ebenso der Glaube heraus, Margarine enthalte weniger Fett als Butter. Denn das in der Margarine enthaltene pflanzliche Fett besitzt die gleiche Energiedichte wie das tierische. Zudem gelten die negativen Auswirkungen des Cholesterins, von welchem der Aufstrich deutlich weniger enthalten soll, zunehmend als ungesichert. Die von den Deutschen heißgeliebten Kartoffeln gelten gemeinhin als Dickmacher – fälschlicherweise. Nur in frittierter oder sonstiger fettreicher Zubereitungsform sind Kartoffeln tatsächlich Kalorienbomben.

Methoden zum Abnehmen wie die Atkins-Diät, bei der auf Kohlenhydrate verzichtet, dafür aber auf reichlich Eiweiß und Fett zurückgegriffen wird, stehen zunehmend im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Zu häufiger Fleisch-, Fisch- und Fettkonsum erhöht nämlich die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen und ist keinesfalls sinnvoll für einen ausgewogenen Ernährungsstil. Das abendliche Essen übrigens kann genauso reichhaltig sein wie andere Mahlzeiten. Denn nicht die Tageszeit ist entscheidend für das Körpergewicht, sondern die Energiebilanz. Somit spielt es keine Rolle, wann Nahrung aufgenommen, sondern nur, wie viel davon wieder umgesetzt wird. Auch die Annahme, dass Fett per se dick macht, ist falsch. Ungesättigte Fette, wie zum Beispiel Omega-3 oder -6-Fettsäuren sind für den Körper sogar lebenswichtig, da er diese benötigt, um einzelne Vitamine aufnehmen zu können.

Wer hofft, vom Sauna-Besuch mit weniger Kilos zurückzukommen, hat zwar temporär Erfolg, jedoch kommt dieser nicht durch Fettverbrennung, sondern durch die in der Hitze ausgeschwitzte Flüssigkeitsmenge. Und diese sollte schließlich nach Möglichkeit wieder ersetzt werden. Ähnliche Ursachen hat auch der Glaube, salzhaltige Mahlzeiten seien für Übergewicht verantwortlich. Salz bewirkt nämlich lediglich eine vermehrte Flüssigkeits-, aber nicht die übermäßige Fettspeicherung im Körper. Die immer noch beliebte Methode der Trennkost kann zwar zu einer bewussteren Ernährung, jedoch nicht zum Gewichtsverlust führen. Studien konnten den Erfolg der getrennten Aufnahme von Kohlenhydraten und Eiweiß bislang nicht bestätigen.

Wer nicht frühstückt, hat tagsüber weniger Hunger. Auch das ist eine faustdicke Diätlüge: Wer regelmäßig und nicht übermäßig viel isst, hat Studien zufolge weniger Gewichtsprobleme. In diesem Zusammenhang kann auch der Mythos entkräftet werden, viele kleine Mahlzeiten seien besser als wenige große. Denn es kommt auf die Gesamtmenge der am Tag aufgenommenen Kalorien an, egal, ob diese auf einmal oder in kleineren Portionen über den Tag verteilt zugeführt wird. An eine Regel aber kann man sich schließlich halten: Nur wer dem Körper dauerhaft mehr Energie zuführt, als umgesetzt wird, nimmt wirklich zu. Gut zu wissen.

Artikelbild: © W. Heiber Fotostudio – Fotolia.com

Artikel drucken

1 KommentarKommentieren

  • Marie - 13. März 2013 Antworten

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Diäten nichts bringen. Vor allen Dingen, wenn man nach einer Diät wieder in seinen alten Rhythmus verfällt. Auch reagiert jeder Körper anders. Einige können den ganzen Tag und alles essen und nehmen nicht zu, andere wiederum brauchen nur ein Stück Kuchen ansehen und werden dick. Selten erwähnt wird der Konsum von Alkohol.

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen