Warum vegetarische Ernährung gesund ist – oder vielleicht sogar gesünder

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Warum vegetarische Ernährung gesund ist – oder vielleicht sogar gesünder

Längst keine Neuigkeit mehr, jedoch immer noch beunruhigend ist die Tatsache, dass jeder zweite Deutsche übergewichtig ist. Der Grund hierfür ist Mangel an Bewegung, vor allem aber falsche Ernährung. Zu ungesund und zu fleischlastig essen die Bundesbürger.Schon lange empfehlen Ernährungswissenschaftler, den Fleischkonsum zu reduzieren, erst kürzlich forderten die Grünen einen „Veggie Day“ für öffentliche Kantinen, um ein Zeichen gegen den übermäßigen Fleischverzehr zu setzen. Dieser kann auf lange Sicht auch Leiden wie Diabetes, Arteriosklerose oder Herz- Kreislauferkrankungen begünstigen.

Doch leben Vegetarier wirklich gesünder? Häufig wird jenen Menschen, die auf Fleisch und Fisch verzichten, eine Mangelernährung unterstellt. Wissenschaftliche Studien jedoch zeigen: Wer sich ausgewogen ernährt und neben Gemüse, Obst, Kartoffeln und Getreide regelmäßig Hülsenfrüchte und Nüsse in seinen Speiseplan integriert, lebt nicht nur gesund, sondern sogar gesünder als Nicht-Vegetarier. Dies wird klar, betrachtet man die fleischlose Ernährung einmal im Detail.

Vegetarier verzehren beispielsweise im Durchschnitt deutlich mehr pflanzliche Öle, Samen und Nüsse, die durch einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren gesünder sind und den Cholesterinspiegel schonen. Die wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind besonders in Leinöl, Rapsöl oder Walnüssen enthalten. Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte liefern dem Körper genauso viel Energie wie Fleisch und Geflügel und machen durch ihren hohen Ballaststoffanteil, der auch ein intensiveres Kauen erfordert, zudem länger satt. Die in Müsli, Vollkornprodukten und Getreide enthaltenen Ballaststoffe fördern bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr von 1,5 bis 2 Liter am Tag außerdem die Verdauung.

Der hohe Obst- und Gemüseanteil einer vegetarischen Ernährung versorgt den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die das Immunsystem stärken. Das durch Fleisch oder Fisch aufgenommene Eiweiß, kann durch Milchprodukte wie Käse, Quark oder Joghurt, aber auch Linsen oder Kartoffeln ohne Probleme ersetzt werden. Der Kalziumhaushalt kann ebenfalls durch Grünkohl, Mangold, Brokkoli und Mineralwasser ausgeglichen werden.

Die Gefahr eines Vitamin B12-Mangels kann bei ausreichendem Verzehr von Camembert, Eiern, Milch oder Emmentaler umgangen werden. Wer sich allerdings vegan ernährt, also komplett auf tierische Produkte verzichtet, sollte besonders darauf achten, durch Getreide, Hülsenfrüchten und Blattgemüse genügend Eisen und Vitamine zu sich zu nehmen. Geeignet für den Eisenhaushalt sind aber auch getrocknete Aprikosen, Amaranth, Quinoa, Hirse oder Sonnenblumenkerne. Auch Zink ist ein essentielles Spurenelement für Vegetarier, das vor allem in Tofu, Eiern, Milchprodukten oder Hülsenfrüchten wie Kichererbsen oder Linsen zu finden ist.

Wer auf Fleisch verzichtet, reduziert übrigens nicht nur das Risiko, übergewichtig zu werden, sondern auch die Aufnahme der im Fleisch in großen Mengen enthaltenen Purine. Diese Stoffe werden vom menschlichen Organismus in Harnsäure umgewandelt und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Gicht zu erkranken, beträchtlich. Einen Versuch ist die vegetarische Ernährung also allemal wert. Doch auch schon ein reduzierter Fleischkonsum oder einzelne vegetarische Tage in der Woche können sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

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