Wie gesund ist scharfes Essen?

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Wie gesund ist scharfes Essen?

Ob grünes Thai-Curry, indisches Hühnchen oder einfach eine extra scharfe Curry-Wurst – scharfes Essen hat schon lange Einzug in deutsche Küchen und Restaurants gehalten. Besonders asiatische Speisen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Aber ist Schärfe auch gesund für unseren Körper?

Die Wirkstoffe, die in den scharfen Gewürzen enthalten sind, sind keine Geschmacksstoffe im eigentlichen Sinne. Das bedeutet, anders als bei süßen oder bitteren Stoffen, regen sie das Schmerzzentrum im Gehirn an. Bei Pfeffer ist das sogenannte Piperin, in Senf oder Meerrettich das Senföl, Capsaicin in der Chilischote und in der Ingwerknolle das Gingerol, welche die Botenstoffausschüttung im Gehirn bewirken. Dabei ist es ein Wärmereiz, der diese Reaktion und somit auch die Schmerzempfindung auslöst. Die Nerven der Mundschleimhaut werden angeregt und damit der Speichelfluss, weshalb der Chili auch eine desinfizierende Wirkung zugesprochen wird. Den Schärfegrad der Chili kann man mittels der sogenannten Scoville-Skala einteilen. Dies hilft oft auch in den immer beliebter werdenden Currywurst-Restaurants, die Schärfegrade der hier angebotenen Soßen einzuschätzen. Denn zwischen „mild“, „scharf“ und „sehr scharf“ liegen oftmals ungeahnt große Unterschiede. Während eine normale Paprika zwischen 0 und 10 Scoville hat, liegt beispielsweise Tabascosoße schon bei 2000 bis 8000 Scoville. Reines Capsaicin befindet sich auf der Scoville-Skala im sechsstelligen Bereich. Der Wirkstoff Capsaicin führt während des Essens zu starkem Hitzeempfinden und vermehrter Schweißabsonderung. Hierin liegt auch der Grund, warum in heißen Ländern wie Indien, Thailand oder Mexiko häufig scharf gegessen wird. Durch die Reaktion des Körpers auf die „künstliche Hitze“ kühlt er sich ab. Die antibakterielle Wirkung des Capsaicins ist zudem nicht nur als Unterstützung der Abwehrkräfte in der kalten Jahreszeit hilfreich, sondern gleichermaßen geeignet für die Konservierung von Lebensmitteln. Auch dies macht man sich in heißen Gebieten oft zunutze. Außerdem werden fetthaltige Mahlzeiten rascher verdaut. Der durch die Aufnahme der scharfen Speise ausgelöste Schmerzreiz führt aber außerdem zur Ausschüttung von Endorphinen. Daher stimmt es, dass scharfes Essen in gewisser Hinsicht auch „glücklich“ macht. Die anregende Wirkung auf Magen- und Darmtrakt kann zwar bei Verdauungsproblemen wie etwa Verstopfung hilfreich und fördernd sein, kann aber bei empfindlichem Magen auch Sodbrennen, Schmerzen oder Durchfall verursachen.

Daher sollte, wer unter Krankheit oder Magen- und Verdauungsbeschwerden leidet, in jedem Fall vorsichtig mit dem Genuss der „Scharfmacher“ umgehen. Besonders, wenn man es nicht gewohnt ist, stark Gewürztes zu essen, ist also Vorsicht geboten. Ein langsames „Herantasten“ an Curry und Co ist absolut ratsam, wenn man das eigene Schärfelimit noch nicht kennt. Bei der Zubereitung von Chili ist darauf zu achten, die Hände zu waschen, damit der reizende Wirkstoff nicht in die Augen gelangt. Wenn man sich bei der Schärfe doch einmal verschätzt hat, helfen Milch- oder Joghurtgetränke, sowie stärkehaltige Produkte wie Reis oder Brot. Denn durch die fettlöslichen Eigenschaften des Capsaicins verflüchtigt sich das Schmerzempfinden durch diese Lebensmittel schneller.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass scharfes Essen in Maßen durchaus gesund und anregend auf den Körper wirkt. Zu häufiger Genuss und vor allem übertrieben scharfe Gerichte hingegen können sich auch negativ auf Mund- und Magenschleimhaut, sowie die gesamte Verdauung auswirken.

Artikelbild: © pmstudio – Fotolia.com

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2 KommentareKommentieren

  • Thomas - 4. Mai 2013 Antworten

    Finde den Artikel sehr informativ. Es muss sich wirklich niemand zurückhalten der gerne scharf isst. Chilis sind und bleiben gesund. Weiter so…

  • Louise - 16. August 2013 Antworten

    Alles was im Übermass konsumiert wird ist ungesund, darum sollte man herausfinden wie viel scharfes Essen man essen kann…solange man in diesem Rahmen bleibt ist es nicht ungesund!

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